Samstag, 20. September 2008

Bitte ums Gebet für Tahanag Puso (Reise nach Mindanano)

Liebe Freunde,
Ich habe gerade ein e-mail von Points Coeur in Manila bekommen und darum möchte ich die Bitte ums Gebet weitergeben.
Kuya Oliver, welcher aus Indien kommt, hat mir geschrieben.
Sie sind seit Freitag den 19.September zu einer ganz besondere Reise in den Süden nach General Santos auf Mindanao aufgebrochen, wo sie zu einem besonderem Fest eines Volksstammes eingeladen wurden. Fr. George SVD von den Steyler Missionaren hat sie dazu eingeladen.
Da im Süden immer wieder unter den Moslems und Christen etc. (Radikale Moslemgruppen wollen einen Autonomen muslimischen Staat) große Konflikte ausbrechen und erst die letzten Wochen und Monate "Krieg" war und viele Tausende vertrieben wurden, brauchen sie wirklich Gebet, dass ihnen nichts passiert. DA ich selbst auf Mindanao, weiss ich wie schön es ist und wie sehr ich mich für sie freue! DAs Sicherheitsrisiko hat sich zar verschärft aber dennoch bin ich davon überzeugt, dass Gott sie, wie mich beschützen wird!
Danke und bis bald!
Gottfried

Hier nun das Original e-mail von Oliver:

Dear Kuya,

Grateful greetings and regards from olivier,hope this few lines of mine will find you in good way.
We are all doing well in our community, Judy also coping well in the mission we are learning new culture (USA) from her as well she is.
As a part of our learning in the mission about the different cultures and people, we are being invited by Fr.George SVD who is working with the native people in Mindanao has extended his invitation to take part in their NATIVE FEASTIVAL which begins from 19 to 22 IN GENERAL SANTOS (LAKESEBU) .
AFTER BEING DISCUSSED ABOUT THE SAFETY MEASURES WITH FR.GEORGE AND BERNI, OUR RESPONSIBLE,WE DECIDED TO ACCEPT THIS OFFER OF THIS PRIEST.ALL THE EXPENSES OF THIS TRIP BEEN ACCEPTED BY HIM ALSO BY AN ASSOCIATION HE IS WORKING WITH.WE START OUR JOURNEY WITH THIS PRIEST FRIDAY AT 7AM.
I EARNESTLY request you to keep an intension of prayer for us so that we may learn about this native people ,the culture and which may anable us to discover the beauty of THIS LAND ,PHILIPPINES.
I WILL write to you when back from this Trip.WE ARE STARTING THE NOVENA FOR THE FEAST OF SAN.LARENZO RUIZ PARISH .FEAST IS AT 28TH.Pray FOR US AND FOR THE PARISHNERS.
With the assurance of prayers Olivier.

Dienstag, 15. Juli 2008


Diesen Sommer haben wir (Monika Haas welche im Punto Cuore in Neapel war, Ulli Reiterer und ich Gottfried Wölfl wir waren im Heart's Home Manila) beim Judentreffen in Pöllau in der Steiermark (www.jugendtreffen.at) 2 Workshops über Points Coeur gehalten. 
Es war wunderschön, dass so viele Jugendliche gekommen sind, sodass wir noch einige Bänke aufstellen mussten.  
Wir hoffen, dass wir einen guten ersten Eindruck über das Werk Points Coeur - Offenes Herz geben konnten.

Monika (siehe Foto) hilft zur Zeit einer Freundin in Äthopien. 
Begleiten wir sie im Gebet.

Wir möchten euch allen noch einen wunderschönen Sommer wünschen!


"Points-Cœur hat kein anderes Ziel als 
dieses Lächeln, dieser Tropfen Wasser, 
diese Hand zu sein, die einen einen Augenblick 
auf dem Weg unterstützen. 
Dieses Lächeln, dieser Tropfen Wasser, diese Hand 
zu sein, die jedem - man weiß nicht warum - 
schon von der Sonne erzählen, 
die man bald aufgehen sehen wird. 
Dieses Lächeln, dieser Tropfen Wasser, diese Hand 
zu sein, die es den Armen ermöglicht, 
ihren Lebensweg weiterzugehen." 
(P. Thierry de Roucy, Gründer von Points-Coeur)


Ein Jahr für Gott an der Seite der Armen und Kleinen in aller Welt.

Dienstag, 24. Juni 2008

Heart's Home Video

Look at it!
Da ich das Video gerade von den USA bekommen habe kann ich nur sagen:
"Wer  den Weg noch nicht auf die Seite von Heart's Home USA (www.heartshomeusa.org) gefunden hat und wer bei dem französischen Text nur Spanisch verstanden hat, der soll es gleich versuchen und sich das neue Englische Video anschauen!"
Viel Freude.
Ich denke Englisch werden wohl die Meisten verstehen.
I hope so! Good luck! Show it your friends!

Montag, 5. Mai 2008

Heart's Home USA Video

Video auf www.heartshomeusa.org 
Schaut euch einmal dieses wunderschöne Video an! 
Auf Englisch ist es sicher für die Meisten leichter verständlich.

Montag, 31. März 2008

Ostern im Punto Cuore in Neapel-Afragola/Salicelle war einfach grande! Grazie per tutti! 
Besonderer Dank ergeht an "Giavanni" der alles sooooo gut organisiert hat! 
Grazie mille!

Dieses Bild sagt doch mehr als viele Worte! Diese Kinder  öffnen einem einfach das Herz und man wird trotz Attacken in "Neapoltanisch" gerne zum "Freund der Kinder"! Grazie mia amici!


Limonen gehören zu Neapel einfach dazu!

Dienstag, 18. März 2008

Frohe Ostern!




Frohe Ostern!
Endlich hat die wichtigste Woche des Jahres begonnen.
Im ganzen Land, ja auf der ganzen Welt haben die Christen den Einzug Jesu nach Jerusalem "Palmsonntag" gefeiert!
Nun geht es schon mit den heiligen drei Tagen weiter!
Ich habe das große Glück morgen Früh mit Monika Haas nach Neapel aufzubrechen, um mit einigen anderen und vielen unserer Freunde von "Punto Cuore" Neapel Ostern zu feiern!
Ich freue mich schon sehr darauf!
Wir werden sicherlich etwas ins internette Internet stellen!
Frohe & gesegnete Ostern!
Gottfried

Freitag, 29. Februar 2008

Class Lukas 3. Patenbrief Feb. 08

Claas Lukas Suermann
Manila/Philippinen Patenbrief Nr. 3
Februar 2008

Freiheit (für die angeketteten Füße)

Der Fisch liegt in den Fangnetzen,
in Asche geworfen, gehäutet.
Vom ungeschickten Trunkenbold ins Adobo* gestückelt,
sind Kopf und Schwanz zum festlichen Hundefutter bereitet.

Die angeketteten Füße sind von einer Axt zerschlagen,
gezwungen eiserne Absätze zu tragen,
wegen der fehlenden Schläge des verständnislosen Schusters,
wenn auch unbesohlt, laufen sie durch die Dornen.

Das einzige Licht: Die Träne einer Kerze,
durchnässt in Decken, die in Strömen triefen.
Die Wärme schwindet vor lauter Atem
und das Feuer schwächet in der Kälte.

Verloren in den Armen der Leitpfosten,
der kaputten Lastwagen und zersplitterten Spiegel,
Abgase von einem schrotten Auto einatmend,
für die Nacht bestimmt.

Die scheinenden Teller brechen.
Keine Bindung kann die Wunden schließen.
Keine Säuberung kann die Risse unsichtbar machen.
Ungebraucht werden die Teller in ihrem Bruch,
obwohl immer noch nützlich,
durch silberne Platten ersetzt.

Die Hand reicht vom Grabmal zum Himmel
und vergeltendes Licht in das trockene Land,
wo die Sonne nach dem Biest sucht!


Edgar N. Maligaya N96P - 1910

* Adobo ist ein philippinisches Fleischgericht
Liebe Familie, Freunde und Bekannte,

Liebe Paten,

genauso überraschend und unvorbereitet wie für Sie/euch nun dieses Gedicht am Anfang meines dritten Patenbriefes steht, ohne jegliche Anrede und Einführung ins Thema, hatte es auch damals vor elf Jahren den Autor des Gedichts getroffen, als ihn die Polizei unschuldig von der Straße gefasst hatte. Edgar N. Maligaya wurde damals zur Todesstrafe verurteilt. Er ist Insasse im Muntinlupa Gefängnis und die Nummer hinter seinem Namen seine „neue Identität“ (s. Gedicht). Mit dem Gedicht drückt er seine Empfindungen und sein Leid aus. Es ist eine Art Klagelied eines Opfers der hiesigen Justiz. Nach einer kurzen und allgemeinen Einleitung, in der ich unsere Apostolate im Muntinlupa- und im Navotas-Gefängnis vorstelle, werde ich mehr von Edgars Schicksal berichten und auch einige Stellen aus dem Gedicht näher erläutern.

Einmal im Monat besuchen wir die Gefangenen im Muntinlupa- und im Navotas-Gefängnis. Während Muntinlupa für schwere Fälle bestimmt ist, dient das Navotas-Gefängnis eher der Untersuchungshaft und dem Vollzug kleinerer Strafen. Diese Apostolate sind für uns von enormer Wichtigkeit, da wir förmlich die Freude unserer Freunde mitfühlen, wenn wir zu Besuch kommen. Sie haben die Möglichkeit, sich uns zu öffnen und ihr Leid zu klagen, aber vor allem ein paar Stunden einfacher Liebe, in denen sie mal vergessen können, dass sie im Gefängnis sind.

Das Muntinlupa-Gefängnis ist ein sehr bekanntes auf den Philippinen. Es ist ein Männergefängnis und hat einen Minimum- und einen Maximum-Trakt. Wir gehen in den Maximum-Trakt. Nur solche, die zum Tode oder zu Lebenslang verurteilt wurden, sind hier untergebracht. Unter ihnen auch Edgar und seine Freunde Benni, Abdul, Philipp und Ronald. Am meisten geschockt und zugleich beeindruckt hat mich das Schicksal und der Fall Edgars. Auf dem Weg zur Kirche wurde Edgar unter einem Vorwand von der Polizei ins Auto gebeten. Sie sagten ihm, dass er bei der Aufklärung eines Falles behilflich sein könnte. Aus Respekt folgte er den Polizisten, wenn auch unwissend und verwirrt, zum Auto. Zu spät! Edgar war in die Falle der Polizei getappt. Auf dem Weg durch die Dunkelheit (vgl.4.Strophe d. Gedichts) führte ihn die Polizei in ein abgelegenes Hotelzimmer, in dem er mittels einer Plastiktüte über dem Kopf gefoltert wurde, bis er einen Mord gestand, den er nie begangen hatte, Geschweige denn, dass er auch nur ein kleinstes Detail des Mordfalles kannte. Innerhalb eines Monats bekam er sein schriftliches Urteil: TODESSTRAFE. Im Gedicht drückt er seine Geschichte durch viele Bilder und Symbole aus. Er selbst personifiziert sich als unschuldigen Fisch, der durch polizeiliche Willkür als falsche Zutat in das Fleischgericht geworfen wurde. Ohne Chance auf ein faires Gerichtsverfahren (fehlenden Schläge des verständnislosen Schusters) wurde er zu den anderen Gefangenen in eine überfüllte Zelle (Wärme schwindet vor lauter Atem) gebracht. Alles was er sich als junger energischer Mensch (scheinenden Teller,(...) immer noch nützlich) vorgenommen hatte, war auf einmal wie verpufft. Umso schöner ist heute mit anzusehen, dass Edgar N. Maligaya sich aus vollkommender Glaubensüberzeugung ganz in Gottes Hände fallen lässt (Die Hand reicht vom Grabmal zum Himmel). Unglaublich schön, wie ich finde! Als ich das letzte Mal mit ihm sprach, fragte er mich plötzlich nach einem Zettel und schrieb mir Folgendes auf:

Eines Tages an meinem Gefängnisfenster kam ein Spatz zu mir und ich fragte ihn: „Wie fühlt sich dein Leben in Freiheit an?“ Er schüttelte den Kopf und antwortete mir: „Ich dachte, ich sei der Gefangene. Du hast immerhin die Möglichkeit zu beten und nur das Gebet kann dich befreien!“

Dies schreibt ein unschuldig Gefangener, der nur durch die vorübergehende Nicht-Vollstreckung der Todesstrafe noch am Leben ist (im Jahre 2001 wurde durch die Präsidentin Gloria Arroyo die Verabreichung der Todesspritze bis auf weiteres untersagt). Darüber hinaus sprudelt Edgar vor Lebensfreude und ist stolzer Familienvater mehrerer Kinder. Sein ältester Sohn ist 11 Jahre alt und seine jüngste Tochter 2 Jahre alt. Allesamt MADE IN PRISON wie er lächelnd bekennt. Frau und Kinder haben nämlich nicht nur die Möglichkeit zu einem normalen Besuch bei Tage, sondern können auch von Samstag auf Sonntag über Nacht bleiben. So war es Edgar dann möglich, während seiner Zeit in Muntinlupa für Nachwuchs zu sorgen.

Zusammen mit Benni leitet Edgar eine Gebetsgruppe. Die beiden sind ein gutes Team und scheinen nahezu unzertrennlich. Im Gegensatz zu Edgar ist Benni aufgrund eines von ihm begangenen Verbrechens in Muntinlupa. Zur Zeit als Benni beim großen Stromversorger Meralco arbeitete, entführte er zusammen mit einigen Arbeitskollegen jemanden aus der Chefetage. Unglücklicherweise tötete einer seiner Komplizen den Herrn, sodass auch Benni wegen gemeinschaftlichem Mord zum Tode verurteilt wurde. Heute allerdings bereut er die Entführung und ist nach nahezu 13 Jahren hinter Gittern ein guter Christ, der die guten Werte gerne an seine Mitinsassen in Form der Gebetsgruppe weitergeben möchte. Neben ihm ist in unserer monatlichen Runde noch Abdul. Ein Palästinenser und Moslem, der als Student auf die Philippinen gekommen war. Als er wieder zurück wollte, herrschte Krieg in seiner Heimat. Er konnte damals weder Kontakt zu seinen Eltern aufnehmen, die seine Geldquelle waren, noch nach Hause fliegen. Aus Geldnot hatte er sich zu einer Entführung entschlossen. Er entführte einen reichen Mann. Nach einigen Tagen ergriff ihn die Polizei und er landete im so schön genannten „Bureau of Corrections“ (Büro der Korrekturen). Die Geschichte von Philipp, der auch jedes Mal froh ist, wenn wir zu Besuch kommen, hatte ich bereits in meinem letzten Patenbrief geschildert. Sein guter Freund Ronald vervollständigt unsere gesellige Runde. Er schreibt für Philipp, der Analphabet ist, die Briefe, die wir an Sally weitergeben. Ronald sitzt ein, weil er eine Frau vergewaltigt hat.

Was auch immer in der Vergangenheit dieser Leute geschehen ist und wie brutal sie auch waren, ist für uns weniger von Interesse. Wir schauen vielmehr in die Gegenwart und geben Zeugnis, dass diese Menschen sich zum Positivem verändert haben. Sie alle hatten schon genug Zeit, um über ihr Leben und ihre Untaten nachzudenken. Edgar, Benni, Abdul, Philipp und Ronald sind bereit ihr Leben in Gottes Hände zu legen. Sie akzeptieren die Umstände und streben nach einem Leben in Glauben und Frieden. Sie leben mit 12000 weiteren Gefangenen an einem Ort, der nur für 4000 Menschen gedacht war. 210 Wächter, die sich drei Schichten teilen, könnten einem Aufstand im Ernstfall nicht Herr werden. Die Gruppe, mit der wir unseren monatlichen Besuch verbringen, sagt, dass niemand im Sinn hat auszubrechen. Das gesamte Gefängnis wird nämlich nicht wirklich von Wächtern, sondern von Banden regiert. Diese organisieren alles im kleinsten Detail. Seien es Schlafplätze für die Gefangenen, die gefängnisinternen Märkte, auf denen frisches Obst und Gemüse angeboten wird, Sportveranstaltungen, auf den Basketball- und Tennisfeldern, religiöse Aktivitäten in den Gotteshäusern verschiedener Religionen und Konfessionen, oder Kunst- und Musikveranstaltungen auf der mit Grünflächen bestückten Plaza, die als Mittel- und Treffpunkt des Gefängnisses gilt.

Ich denke hiermit wird deutlich, dass es an Freizeitangeboten nicht fehlt, wenn da nicht dieser eine Haken wäre: Geld! Nur wer Geld hat, kann gut überleben, denn ansonsten ist man auf die kleinen Gefängnisrationen und sogenannte „Drecksarbeiten“ angewiesen. Unsere Freunde sagen, dass sie mit dem normalen Essen allein hungern müssten. Daher kochen sie für sich selbst. Auf dem Markt gibt es ja alles zu finden! Obwohl Handys und Fotokameras verboten sind, haben doch einige Insassen zumindest ein Handy. Die Gefangenen schreiben eben ihre eigenen Gesetze und scheinbar ist das in Muntinlupa kein Problem, sondern verhilft eher zur Entspannung der gesamten Lage. Die Gefangenen haben nicht wirklich das Gefühl hinter Gittern zu sein, sondern eher in einer kleinen Stadt. Dank der Offenheit der Gefängnisleitung haben wir als Missionare Zugang zu allen Orten auf dem Gelände.
Neben Muntinlupa haben wir unser Apostolat im Navotas Gefängnis. Dieses ist bei weitem nicht so groß und auch nicht so gut organisiert. Im Gegenteil: Rund 400 Insassen, von denen ca. 40 Frauen sind, teilen sich sechs Zellen. Die Männer teilen sich vier Zellen, die je 32 Quadratmeter groß sind, und leben unter grausamen Bedingungen mit um die 90 Gefangenen in einer einzigen Zelle. Privatsphäre gibt es in keiner Sekunde. Ihr gesamtes Hab und Gut verstauen sie in einer kleinen Plastikbox (5 l Volumen). Die Insassen müssen bei Regenwetter in Pfützen schlafen und sind einer absolut unhygienischen Umgebung ausgesetzt. Im Gegensatz zu Muntinlupa geht es hier unmenschlich zu!

Wir besuchen den 24 Jahre alten Julius, der vor ca. drei Jahren ähnlich wie Edgar unschuldig von der Polizei auf der Straße aufgegriffen worden ist und nun des Mordes angeklagt in Untersuchungshaft sitzt. Sein Fall ist deshalb so erschreckend, da Julius selbst den Fall und den wahren Mörder kennt. Aber nicht nur er allein, sondern auch andere seiner Freunde wissen Bescheid. Julius gehörte nämlich einer Jugendbande an und einer seiner Freunde hatte diesen Mord begangen. Dieser ist jedoch der Sohn einer bekannten lokalen Politikerin, die unter allen Umständen versucht, einen anderen „Sündenbock“ für den Fall zu finden. Julius scheint der Leidtragende zu sein. Seine Hoffnung auf die Aussagen seiner Freunde, die den Mord gesehen haben, ist vergebens. Zu groß ist ihre Angst im Falle einer Aussage selbst Opfer zu werden. Julius kann und will diese Ungerechtigkeit nicht dulden. Dank der Bemühungen eines Wohltäters hat Julius die Chance auf einen „guten“ Anwalt und ein wirkliches Gerichtsverfahren. In den drei Jahren ist es nun zu sieben richterlichen Anhörungen gekommen, bei denen weder wichtige Zeugen noch der Arzt, der die Leiche obduzierte, erschienen sind. Es ist mir unverständlich, wie so etwas möglich ist. Während ich an der Justiz zweifele, sieht Julius dennoch alles positiv und ist sich gewiss der Auffassung, dass er nach der nächsten Anhörung freigesprochen wird, weil dann der Arzt aussagen werde und sich herausstellt, dass seine Fingerabdrücke nicht an dem Toten festzustellen sind. Julius´ Angaben nach habe sein Freund den Mord mit einem Metallstab, der mit einem Haken versehen war, begangen. Es ist unglaublich, wie klar die Fakten sind, und wie unklar doch die Wahrscheinlichkeit auf einen Freispruch. Selbst die Anwälte spielen ihre Rolle im Justizapparat und wagen aus Angst um ihre eigene Person nicht zu viel. Julius hofft und betet weiter, dass er nicht länger in Gefangenschaft verharren muss. Sein größter Wunsch momentan ist eine Freilassung noch vor April, denn dann schließt seine kleinere Schwester Indai ihr Studium zur Lehrerin ab. Auf der Feier dazu möchte Julius anwesend sein. Wir werden sehen...


Liebe Paten,

in diesem Patenbrief habe ich die Realität beschrieben, wie ich sie bei unseren Apostolaten in den beiden Gefängnissen erlebe. Nicht selten höre ich von hohen Politikern, die mit aller Macht versuchen, die Justiz zu beeinflussen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Polizei den vielen ungeklärten Mordfälle nicht nachkommen kann und durch die Festnahme Unschuldiger versucht, die Akten als erledigt bei Seite zu legen. Beliebte Opfer dieser Willkür sind Leute aus finanziell schwachen Verhältnissen, weil sie sich keine gute Verteidigung leisten können. Ich denke, dass Ihnen/euch diese Vorgehensweise der Justiz zu denken gibt. Um nicht daran zu verzweifeln, sollten wir im Vertrauen auf Gott das Wesentliche tun:
Lasst uns beten als Weg in die Freiheit!


Herzliche Grüße,


Claas Lukas Suermann

Class Lukas 2. Patenbrief Dez. 07


Point-Coeur Santa Clara
Claas Lukas Suermann
Manila/Philippinen Patenbrief Nr. 2
Dezember 2007
Liebe Familie, Freunde und Bekannte,

Liebe Paten,

in meinem zweiten Patenbrief gehe ich zum einen auf das Points-Coeur/Offenes Herz charakterisierende “Mit-Leiden, Mitempfinden” (zu frz. “compassion”) ein. Es soll euch/Ihnen helfen meine Tätigkeit hier besser zu verstehen. Zum anderen erläutere ich die Auffassung von Gerechtigkeit, im weltlichen aber vor allem im religösen Sinne.

Der Philosoph Jean-Jaques Rousseau sagt, dass das Mit-Leiden dem Menschen von Natur aus gegeben ist, also angeboren ist. Als Aufklärer schätzt er die Natur (des Menschen) und er verdeutlicht, dass der Mensch zum Zeitpunkt seiner Geburt noch frei von allen äußerlichen Einflüssen ist, aber mit der Zeit von der Gesellschaft, d.h. von seinem Umfeld schlechte Angewohnheiten annimmt. Den Akt des Mit-Leidens bringt Rousseau mit folgendem Zitat zum Ausdruck:

“Was Gerechtigkeit ist, lernt ein Kind an der Ungerechtigkeit, die ihm wiederfährt. Wenn es dann aufschreit, steh ihm bei! So wird ihm Gerechtigkeit wichtig.”

Ich versuche mir täglich diese Haltung neu zu verinnerlichen. Wann auch immer ein Kind weinend zu mir kommt, weil es entweder geschlagen wurde, ihm das Spielzeug weggenommen wurde oder es gar von den Eltern allein zu Hause gelassen wurde, will ich ihm dieser Beistand sein. Alle “Freunde der Kinder” versuchen diesen Kindern Liebe und Zuwendung zu schenken, so dass sie in solchen Momenten sicher sein können im Points-Coeur Haus Zuflucht zu finden. Leider ist unser Haus nicht für alle unsere Freunde erreichbar, weil viele zu weit entfernt wohnen, kein Geld haben oder nicht frei von ihrem Umfeld sind. Daher sind die Apostolate sehr wichtig, denn durch sie halten wir zu ihnen eine gute und enge Freundschaft aufrecht. Zudem lernen wir bei den Besuchen ihr gesamtes Umfeld kennen und zeigen mit unserer Anwesenheit in ihren Häusern, in ihren Elendsviertel, dass uns der Kontakt und vor allem die Freundschaft zu ihnen wichtig ist.

Ein großes Leiden hier auf den Philippinen ist die Auffassung von Gerechtigkeit. Die Bevölkerung leidet unter den enormen sozialen Unterschieden. Während auf der einen Seite der Stadt in Manila die (finanziell) Reichen in ihren Villen und Mansonen hausen, befinden sich auf der anderen Seite der Stadt die (finanziell) Armen und leben von einem Tag in den anderen ums Überleben kämpfend in ihren Blechhütten. Der Begriff der “sozialen Gerechtigkeit” wie wir ihn oft aus der Politik in Deutschland hören, ist den Leuten hier scheinbar völlig unbekannt. Den einen ist es gleichgültig,während sich die anderen machtlos nach einer sozialen Gleichheit sehnen.

Meine Aufgabe als Missionar ist es daher den Menschen Gottes Gerechtigkeit, nämlich Barmherzigkeit zu vermitteln. Mit Überzeugung der drei göttlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe
räumen die Menschen jeglichen sozialen Unterschied aus, weil unserer christlichen Überzeugung nach alle Menschen gleich sind, besser gesagt, für Gott von gleichem unermesslichen Wert sind. Der Glaube an Gott gibt den Menschen einen Halt, die Hoffnung auf das ewige Leben unterstützt sie, sich jeden Tag von neuem wieder aufzuraffen und an Gottes Gerechtigkeit zu glauben. Die Liebe lässt die Leute aufblühen. Dabei ist es nicht nur die Liebe zu Gott, sondern auch die Liebe zwischen Mann und Frau, die Liebe innerhalb einer Familie oder die Liebe zu Freunden. Der Mensch sehnt sich nach etwas!

Ich habe nun vieles versucht zu erklären, aber am besten kann man die Theorie durch Praxis verstehen. Aus diesem Grund gebe ich nun einige Beispiele aus meinem Alltag, d.h. von meinen praktischen Erfahrungen mit unseren Freunden.

Zunächst wird beim Empfangen der Kinder zu Hause im Point- Coeur Haus immer wieder deutlich, dass die Kinder Anweisungen brauchen, um den Sinn von Gerechtigkeit zu verstehen und vor allem auch danach zu handeln. Wie oft fällt mir auf, dass wenn eines der Kinder mit einem bestimmten Spielzeug spielt, ein anderes Kind auch mit dem gleichen spielen möchte und infolgedessen versucht es dem spielenden Kind wegzunehmen. Dann ist es wichtig einzuschreiten. Ich erkläre dann warum man nicht einfach dem anderen etwas wegnehmen darf und weise auf die anderen Spielzeuge hin. Um ehrlich zu sein muss ich schmunzeln bei dem was ich schreibe, da dies so banal klingt. Dennoch beginnt genau auf dieser tiefsten Ebene die Lehre der Gerechtigkeit. Wenn das Kind es mit dem Spielzeug nicht versteht, besteht die Gefahr, dass es als Erwachsener irgendwann eine größere Tat dieser Art begeht, die wir als Diebstahl bezeichnen. Ähnlich verhält es sich mit der Gewalt unter den Kindern. Wenn ich bei einer Rangelei nicht eingreife, um den Kindern deutlich zu machen, dass dies zu keiner Problemlösung verhilft, dann können sie nie begreifen, wie man friedlich miteinander umgeht. Vor allem die Kinder, die unter solchen Auseinandersetzungen zu leiden haben, brauchen Beistand und Trost, damit sie nicht meinen, dass Gewalt eine vernünftige und gerechte Lösung ist.

Ferner ist es sehr traurig zu sehen, dass die von mir bereits erwähnte soziale Gerechtigkeit noch erheblichen Entwicklungsbedarf erfordert. Das beste Beispiel ist das des neunjährigen Marc-Lowell, der gerne zur Schule gehen würde. Keine Schule kann ihn jedoch akzeptieren, da er keinerlei Dokumente hat, nicht einmal eine Geburtsurkunde. Im Klartext bedeutet dies, dass Marc-Lowell zwar lebt und ein Mensch wie jeder andere ist, aber keinerlei sozialen Ansprüche geltend machen kann, da er offiziell nicht existiert. Ich bin mir nicht sicher, ob das für unseren “westlichen Verstand” überhaupt nachzuvollziehen ist. Die Mutter hat einfach nicht die finanziellen Mittel und bestimmt auch nicht die nötige Aufklärung, um die Wichtigkeit dieses Dokuments zu schätzen. In diesem Kontext erinnere ich mich gerne an ein Zitat von Remy, die mit ihrer Familie am Fischereihafen auf zwei Holzpaletten unter einer Plane lebt: “Es ist ganz wichtig eine Geburtsurkunde zu haben. Ich bewahre die meiner Kinder im Haus meiner Cousine auf, da sie dort sicher aufbewahrt werden können.”

Ich möchte zudem noch ein Beispiel geben, bei dem Gerechtigkeit indirekt auch seine negativen Folgen haben kann. Nehmen wir das Beispiel von Philipp, dessen Familie sehr darunter leidet, dass er im Muntilupa Gefängnis sitzt. Zwar wurde er wohl zurecht zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt, nachdem er seinen besten Freund bei einem Streit erstochen hat, doch ist es vielmehr seine ihn liebende Frau und ihre Kinder (nur eins der Kinder ist von ihm), die unter der Trennung leiden. Seine Frau heißt Sally und lebt auf der Müllhalde in Vitas mit einem neuen Freund, der 15 Jahre jünger ist als sie. Ihren Angaben nach liebt sie ihn nicht, sondern lebt mit ihm nur aus Sicherheitsgründen zusammen. Auf den Philippinen und gerade auf der Müllhalde in Vitas ist es sehr gefährlich als Frau alleine mit ihren Kindern zusammen zu wohnen. Bei einem Besuch haben wir von Sally einen Brief an ihren Mann Philipp bekommen, um ihm den Brief im Gefängnis zu überreichen. Da ihr neuer Freund von dem Brief und von ihrer immer noch bestehenden Liebe nichts erfahren darf, verlief die Briefübergabe heimlich ab. Während ich mit dem neuen Freund und seinen “Trinkbrüdern” redete, ging Olivier mit Sally langsam zur Blechhütte, um den Brief entgegen zu nehmen. Derweil spielten die Kinder ausgelassen im Müll und genossen den Regen, der auf sie herabprasselte, als Dusche, die sie sonst nicht haben. Ich weiß nicht inwieweit sie über die Situation ihrer Mutter Bescheid wissen. Wie sehr bedrückt die Kinder die gesamte Lage? Wenn die Kinder so frei und lachend herumlaufen, sehe ich ihren Kummer nicht. Ich möchte jedoch tiefer in ihre Seele blicken...

Im Weiteren gibt mir das Schicksal der elfjährigen Romelin vom Apostolat in Market Three schwer zu denken. Noch viel mehr, es lässt mein Herz bluten. Ich fühlte mich machtlos, als ich das letzte Mal ihre Familie besuchte. Das Mädchen lag schlafend zwischen ihren Eltern, ihren vier jüngeren Geschwistern und uns, bis sie nach einer kurzen Weile erwachte. Völlig übermüdet saß sie dann vor mir. Auf Nachfragen warum sie so müde sei, sagte man mir, dass sie neben der Schule (von 6-12 Uhr morgens) noch nachts von 22-2 Uhr zusammen mit ihrer Mutter Abfall sortiere. Die Familie sieht nach dem Arbeitsunfall des Vaters, bei dem er auf einem Auge blind wurde und arbeitsunfähig ist, keine andere Lösung. Sie wollen überleben. Der ehemalige Arbeitgeber des Vaters hilft nicht und verweigert Zahlungen. Eine soziale Absicherung oder Arbeitsverträge haben hier die wenigsten. Die Folge daraus im Fall Romelin ist Kinderarbeit! Sie sagte mir, dass es in Ordnung für sie sei, aber ihre Körpersprache offenbart mir das Gegenteil. Romelin ist psychisch und physisch überlastet. Vorher war sie ein fröhliches, freies, unschuldiges Mädchen, das nun plötzlich von der Grausamkeit des Lebens ergriffen wurde. Ich will ihr ein Halt sein und ihr durch meinen Beistand zeigen, dass es nicht recht ist, was ihr wiederfährt. An dieser Stelle sei noch gesagt, dass ihre Eltern Roel und Merly diese Kinderarbeit nur aus der Not heraus dulden. Sie legen wert darauf, dass Romelin zudem zur Schule geht. Wie lange kann das Mädchen aber zur Schule und zur Arbeit gehen?

Im 1. Johannesbrief (1 Joh 2,1) finden diese Kinder ihren Trost:

Wenn aber einer sündigt, haben wir einen Beistand beim Vater: Jesus Christus, den Gerechten

Am 28. Dezember feiern wir das Fest der Unschuldigen Kinder. Zu diesem Anlass bitte ich euch/Sie liebe Paten ganz besonders dieser Kinder zu gedenken und für sie zu beten.

Zuvor feiern wir noch die Geburt und das Kommen unseres Erlösers Jesus Christus. Ich wünsche also allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

Herzliche Grüße,

Claas Lukas Suermann

Class Lukas 1. Patenbrief Oktober 2007

Point-Coeur Santa Clara
Claas Lukas Suermann
Manila/Philippinen Patenbrief Nr. 1

Oktober 2007Liebe Familie, Freunde und Bekannte,

Liebe Paten,

“Haltet nicht nach großen Dingen Ausschau, tut einfach kleine Dinge mit großer Liebe...
Je kleiner die Sache ist, umso größer muss eure Liebe sein.”
(Mutter Teresa)

Mit diesen Worten beschreibt Mutter Teresa in ihrem Buch den Missionsauftrag, den sich Points-Coeur/Offenes Herz, d.h. den wir uns zu Herzen nehmen. In diesem Patenbrief möchte ich deutlich machen, dass ihr/Sie alle ein Teil meiner Mi
ssion seid/sind. Patenschaft bedeutet vor allem Verbundenheit und Anteilnahme. Daher freue ich mich sehr, dass ich im Folgenden meine ersten Eindrücke und Erlebnisse wiedergeben darf, sodass auch ihr/Sie in meiner Heimat den Weg mit mir gemeinsam gehen könnt/können.

Die ersten zwei Monate im Viertel Dagat Dagatan der Stadt Navotas im Nordwesten der Metropole Manila waren sehr ergreifend. Ich habe sowohl Höhen und Tiefen durchlebt, Momente purer Freude und tiefer Verzweiflung. Wenn ich nun hier sitze und entspannt meinen Patenbrief schreibe, mag ich kaum glauben, was mich vor kurzem noch in heller Aufruhe gehalten hat. Wir begegnen nahezu täglich tragischen Schicksalen und versuchen möglichst hilfreich zu sein. Ich habe mir oft die Frage gestellt: “
Was sollen wir nun tun? Gibt es denn gar keine Lösung?” Die Antwort habe ich dann letztendlich in den Worten Mutter Teresas gefunden, mit denen ich dieses Schreiben eröffnet habe.

Wir leben in der Gemeinschaft in einem Haus mitten im Elendsviertel und können somit rund um die Uhr im Dienste der Armen stehen. Jeder einzelne der Gemeinschaft hat spezielle Fähigkeiten, die er oder sie dem Ganzen beitragen kann.
 Es ist eine Besonderheit, dass wir eine multikulturelle Gemeinschaft sind. Wir sind insgesamt vier Mitglieder aus vier verschiedenen Ländern. Olivier, 30, kommt aus Indien und hat sein Priesterseminar beendet. Er wartet nun auf seine Priesterweihe und ist mein Zimmergenosse. Außerdem leben noch die Französin Pascale, 20, und Ulrike ,28, aus Italien mit uns zusammen. Pascale plant Lehrerin in einer Behindertenschule zu werden, und Ulrike ist bereits seit zwölf Jahren Krankenschwester. Eine vielversprechende Mischung also! Ich für meinen Teil möchte nach diesem Jahr ein Jurastudium beginnen und habe nun die Möglichkeit vor Ort im Bereich der Menschenrechte erste Erfahrungen zu samm
eln. Ich bemühe mich jedem Menschen, der mir begegnet mit offenem Herzen entgegenzutreten.

Oft kommen Kinder zu uns, damit wir mit i
hnen reden, aber vor allem, damit wir ihnen zuhören. Unsere Krankenschwester hat 24 Stunden Bereitschaftsdienst, denn häufig kommen Nachbarn, um sich ihre kleinen oder auch größeren Wunden verarzten zu lassen. Wir anderen dürfen natürlich auch manchmal Doktor spielen. Soweit dies möglich ist.
Ferner pflegen wir die Tradition, an Geburtstage
n unserer Freunde ein besonderes Abendessen zu kochen. An solchen Tagen gibt es für das Geburtstagskind und zwei seiner Freunde Spaghetti. Besonders die Kinder mögen dies sehr gern und wir freuen uns auch bei solchen Essen einmal ganz persönliche Zeit mit den jeweiligen Gästen zu verbringen. Ansonsten ist es nämlich schwierig, da immer viele Kinder und Jugendliche um uns herum sind.
Im Weiteren werde ich eine kurze Beschreibung eines regulären Tagesablaufs geben:

6:30 Uhr: Aufstehen, manchmal auch etwas später =)

7:00 Uhr: Morgengebet

7:30 Uhr: Frühstück
8:30 - 12:30 Uhr: In diesem Zeitraum steht jedem eine individuelle Gestaltung des Morgenprogramms frei. In der Regel hat die Anbetung dort ihren festen Platz. Andere Dinge sind wahlweise Wäsche waschen, Kochen, Putzen, Visumsangelegenheiten lösen, Lesen, Internet oder unvorhergesehene Besuche.
14:30 Uhr: Rosenkranzgebet mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsen, die gerne kommen.
Im Anschluss daran teilen wir vier uns in zwei Gruppen auf. Zwei von uns bleiben Zuhause und spielen mit den Kindern und die anderen beiden gehen oder fahren zu den verschiedenen Apostolaten, den Besuchen außerhalb.
18:00 Uhr: Messe in unserer Pfarrei San Lorenzo Ruiz
19:30 Uhr: Abendgebet

20:00 Uhr: Abendessen; oft helfen uns Kinder beim Zubereiten

21:30 Uhr: Tagesabschlussgebet mit anschließender Anbetung
Ich persönlich nutze die Zeit in den späten Abendstunden, um mich von dem hartnäckigen Schmutz zu befreien. Aufgrund der vielen Abgase und des ständigen Regens, sowie dem damit verbundenen Pfützen, ist eine Abenddusche nahezu unausweichlich. Meist schließe ich meinen Tag mit einer Lektüre ab, sodass ich gewöhnlich erst nach Anbruch des nächsten Tages zu Bett gehe.
Anhand der fett-kursiv-gedruckten Worte wird unser wichtigster Bestandteil der Mission deutlich, d.h. das treue Gebetsleben. Mittels diesem soll uns die nötige Kraft für unsere Wort- und Tatverkündigung dem Beispiel Jesu nach gegeben werden. Konkret heißt dies, dass wir den Menschen, unseren Freunden sowohl mit unseren einfühlsamen, tröstenden Worten als auch mit unserem Wirken bei Seite stehen. Am besten kann man dies verstehen, sobal
d man sich einige reelle Beispiele aus den Apostolaten zu Gemüte führt.

Die Apostolate finden gewöhnlich am Nachmittag statt. Nur unser Apostolat am Fi
schereihafen ist auf den Abend festgelegt. Die meisten unserer Apostolate führen wir wöchentlich einmal durch. Ein Apostolat ist ein Besuch in diversen Familien des jeweiligen Viertels. In dieser Zeit versuchen wir durch unsere einfache Gegenwart, Freude bei unseren Freunden zu erzeugen. Wir wollen Ihnen die Möglichkeit geben, ausgelassen zu kommunizieren und sind bereit sowohl Freude als auch Leid 
mit ihnen zu teilen. Es ist eine seelsorgerische Tätigkeit, die sich in unseren Apostolaten äußert. Dies bezeichnen wir in unserem Werk als “Mit-Leiden”, eine Geste der einfachen Liebe und Zuwendung. In den folgenden Zeilen findet ihr/finden Sie eine Auflistung der einzelnen Apostolate:
Looban: hier besuchen wir jeden Sonntagnachmittag unsere Nachbarn. Viele nutzen den Sonntag allerdings nicht um ihn im Kreise der Familie in Ruhe zu genießen, sondern eher um mit Freunden Bier oder Branntwein zu trinken.
Tabinilog: Ein Viertel entlang des ins Meer mündenden Flusses, das daher oft unter der Flut zu leiden hat. Zudem befindet sich dort auch unser Markt, von dem wir unsere täglichen Speisen frisch einkaufen. Eine besondere Freude war die Hochzeit unserer Gemüsehändler, die nachdem sie elf Jahre zusammen leben und drei Töchter haben, geheiratet haben. Die Hochzeit war morgens und am Abend standen sie schon wieder auf dem Markt und haben Gemüse verkauft.
Market Three: Ein Slum ganz nah am Hafen mit vielen Familien, die in ihren kleinen Blech- und Holzhütten hausen und sich durch den Schlamm von A nach B bewegen. Es wimmelt hier nur so vor Mücken und ich frage mich, wie doch so viele Bewohner gesund sein können. Lichtblicke in dem Viertel sind Indai, eine junge Frau, die sehr intelligent ist und mit einem Stipendium von der Pfarrei zur Lehrerin ausgebildet wird. Oder die kleine achtjährige Mary-Joy, die nun endlich nach vielen Jahren das Laufen gelernt hat, weil sie nie aufgegeben hat, gegen ihre Gleichgewichtsstörung und Behinderung zu kämpfen.
Marcello: Ein semilegales Hüttenviertel, dass in naher Zukunft aufgrund eines Straßenbaus dem Erdboden gleich gemacht werden soll. Auch hier findet man viele Beispiele, die nennenswert sind. Da wären der kleine Behinderte Christopher, der oft krampft und von dessen Gesicht dennoch oft ein strahlendes Lächeln zu vernehmen ist, oder der schon ältere Herr Eddy, der eins seiner Beine verloren hat, und dem Points-Coeur zu einer Prothese verholfen hat. Er lebt alleine mit seiner Frau und gemeinsam verdienen sie sich ihren Lebensunterhalt durchs Müllsammeln, den sie anschließend wieder verkaufen.Vitas: Auf dieser Müllhalde leben rund 5000 Menschen. Hier habe ich wohl so viele Kinder gesehen, wie noch nie zuvor in meinem Leben an einem Ort. Sie spielen mit Barfuß im Müll und denken nicht einmal daran sich zu ekeln, während wir mit unseren Gummistiefeln unsere Besuche abstatten.

Unter der Brücke: wie man den Worten schon entnehmen kann, wohnen die Menschen hier unter einer Brücke. Sie haben ihre Holzkonstruktionen mit Seilen an der Brücke befestigt. Bei Hochwasser oder großer Hitze schlafen sie auf der Brücke. Die meisten von ihnen sind Fischer und freuen sich wenn sie uns mit aufs Meer nehmen dürfen, damit wir Anteil an ihrer Arbeit haben und sie uns mit einem Wellenritt Spaß verschaffen können.

Fischereihafen: Auf dem Weg zum Fischereihafen gewinnen wir wöchentlich neue Eindrücke. Wir sehen Leute, die mit Dreirädern die schönsten und buntesten Fische zu ihren Marktständen transportieren. Leute, die einzelne Fische auf der Straße verkaufen. Kinder, für die wir eine Attraktion sind und für die ein Treffen mit uns von großer Bedeutung ist; die sich freuen, wenn wir mit ihnen ein Lied singen oder sie uns ihre Englischkenntnisse präsentieren dürfen. Zudem sieht man hier am Straßenrande nicht selten Frauen, die ihre Dienste anbieten. Die Behausungen der Menschen sind aus Holz und ihr Dach ist oft nichts anderes als eine einfache Plane.

Tayuman: Jeden Dienstagnachmittag gehen wir zu den Missionaries of Charity, vielleicht besser bekannt als die Schwestern von Mutter Teresa, um dort ihr Kinderheim zu besuchen und Momente der Freude mit den Kindern zu haben. Die ganz Kleinen füttern wir und mit den etwas älteren Kindern spielen wir. Alle Kinder, die dort sind, waren einmal so krank, dass ihre Eltern es bevorzugt haben, sie den Schwestern zur Pflege zu überlassen.
Darüber hinaus bieten die Schwestern auch einen Medikamentendienst an, d.h. dass man mit bestimmten Rezepten vom Arzt und fehlenden finanziellen Mitteln dort kostenlos Medikamente erhält. Oft begleiten wir einige unserer Freunde dorthin. Besonders wichtig ist dieser Dienst der Schwestern für Tuberkuloseerkrankte, deren medizinische Behandlung bis zu sechs Monaten dauert. Die Schwestern haben ebenfalls ein Seniorenheim, in dem ich persönlich aber noch nicht war. Vielleicht gibt es darüber in Zukunft zu berichten.

Das waren die Apostolate, die wir gewöhnlich wöchentlich machen. Nun folgen noch weitere:

Obdachlose: Gelegentlich besuchen wir Obdachlose, die im Touristenviertel Malate auf der Straße leben und sich durch den Verkauf kleiner Waren ernähren. Eine Philippinin namens Jane, die ehrenamtlich für Points-Coeur/Offenes Herz tätig ist, stattet ihnen regelmäßige Besuche ab und sorgt für ihr gesundheitliches Wohl.

Muntinlupa Jail: Ein Gefängnis für Schwerverbrecher. Bis 2001 wurde hier auch noch die Todesspritze verabreicht. Einmal im Monat besuchen wir die Gefangenen und verbringen den Nachmittag hinter Gittern. Ich war bisher einmal dort und war recht positiv überrascht. Zwar klagten die Gefangenen über Folter und Mangel an Essen, jedoch war zumindest der Innenhof mit vielen Grünflächen und Freizeitmöglichkeiten gut gestaltet. Zudem hatte so ziemlich jede Konfession ihr eigenes Gotteshaus. Die Gefangenen haben sich über unseren Besuch gefreut und ob nun Mörder, Entführer oder Erpresser, wir sind alle Menschen und Gott liebt jeden einzelnen von uns gleichermaßen.

Es gibt noch ein Apostolat im Gefängnis von Navotas, das ich noch nicht kenne. Dort sollen die Begebenheiten für die Insassen unmenschlich sein. Mehr dazu später...

Bei all diesen Aktivitäten braucht auch ein Missionar mal eine Pause. Diese haben wir von Montagmittag bis Dienstagmittag bei dem irischen Orden der Columban Fathers. Hier können wir einen Tag in der Woche entspannen, mit anderen Missionaren reden und für einen Tag Dagat Dagatan und den Fischgeruch hinter uns lassen.

Anbei findet ihr/finden Sie noch zwei Fotos. Eins davon ist auf der Müllhalde in Vitas und das andere im Empfangsraum bei uns Zuhause, in dem wir mit den Kindern am Nachmittag beten und spielen.

Ich hoffe, dass ihr/Sie die ersten Informationen mit Freude aufgenommen habt/haben. In weiteren Briefen gibt es dann ausführlichere Informationen zu einzelnen Aspekten der Mission, des Gebetslebens, der Apostolate und anderer interessanten Informationen im Bezug auf die philippinische Kultur.

Abschließend danke ich euch/Ihnen für jede Art von Beistand und verbleibe mit einem herzlichen Gruß an die Heimat.

Im treuen Gebet und Gedanken verbunden,
Claas Lukas Suermann
PS: Ich freue mich auch über Rückfragen: ClaasLukas@gmx.de

Dienstag, 19. Februar 2008

Class-Lukas: needs constant prayer!!! braucht unser tägliches Gebet!!!!

Liebe Freunde von Points Coeur,
Class - Lukas geht es wirklich nicht gut und es schaut so aus als müsste er vielleicht sogar seine Mission abbrechen, deshalb bitte ich euch alle den Himmel zu bestürmen damit er unseren Freunden in Navotas-Manila weiter erhalten bleiben kann.  Da er in guter ärztlicher Betreuung ist brauchen wir keine Panik zu haben, aber er braucht wirklich unser Gebet!!!  
Ein besonderer Dank gilt hier den "Columban Fathers" (irische Missionare) welche ihn, wie schon viele der "Freunde der Kinder" in Krisenzeiten, aufgenommen haben und grosszügigst unterstützen. 
Möge Gott ihm jetzt besonders beistehen und nahe sein und wie wir ja oft sagen, "so Gott will" möge er ganz geheilt werden! For God nothing is impossible! Let's believe in his power!
Also beten wir jeden Tag für ihn.
Danke!


Please pray for Class-Lukas as he is in serious conditions. He needs our prayer!!!
We don't have to panic, as he has good doctors who advice and help him, but we should pray for him daily! 
For God nothing is impossible! Let's believe in his power!
Thank you !

Montag, 18. Februar 2008

Eine Familie für meine Familie

Eine Familie für meine Familie   
von Frédéric Eymeri 
Ein Text aus „D'un Points-Coeur à l'autre", Nr. 58, September 2007 der Zeitschrift von Points Coeur --> übersetzt von Dorothee und Johannes Walter  DANKE!!!
  
Jedes Jahr verbringen die Mitglieder der Gemeinschaft „St. Maximilian Kolbe" („FratMax") einige Ferientage zusammen: Es ist eine Zeit des gemeinsamen Lebens, des Ausruhens, der Freundschaft und der Freude. Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der FratMax fanden die Gemeinschaftsferien diesmal in den polnischen Karpaten, der Hohen Tatra, statt.  
Schon seit 2 Wochen zählt Paul, 4 Jahre, an seinen Fingern die Tage, die uns noch vom "großen Aufbruch"  trennen. Heute ist der letzte Finger dran. Das Gepäck ist im Auto und wir warten auf Helene, die mit uns fahren wird. Diese Nacht steigen wir ins Flugzeug. In unseren Herzen 
macht sich eine leichte Unruhe und große Aufregung breit. Haben wir nichts vergessen? Wie werden wir untergebracht sein? Im Auto fragt mich Paul zum hundertsten Mal: „Warum sprechen die Leute in Polen nicht wie wir?" Helene versucht eine Erklärung. Mit der ganzen Aufmerksamkeit seiner zwei Jahre hört Noel zu, ohne etwas zu verstehen. Paul bleibt bei seiner Frage, Anne- Laure kämmt ihre Haare. Ich lenke den Wagen Richtung Autobahn. Fünf Stunden später kommen wir in Vieux-Moulin (Oise) an, am Treffpunkt der Mitglieder der Fraternität Maximilian Kolbe für diesen Aufbruch in die Ferien. 
Anne-Laure, meine Frau, und ich haben uns vor fast einem Jahr der Gemeinschaft Maximilian Kolbe angeschlossen. Helene ist schon länger dabei.  
 
Als Antwort auf den Wunsch ehemaliger „Freunde der Kinder", in ihrem täglichen Leben das Charisma von Points-Cœur leben zu können, schlug P. Thierry de Roucy ihnen vor, eine „Gemeinschaft Maximilian Kolbe" zu gründen (frz. Fraternité Saint-Maximilian-Kolbe), die allen offen steht. Heute existiert die Fraternite Saint-Maximilien-Kolbe in Argentinien, auf den Philippinen, in Salvador, in Kolumbien, in Peru und in Frankreich und umfasst Mitglieder aus allen Lebensständen. 
Weitere Informationen gibt es unter: www.pointscoeur.org/maximilien_kolbe 
Wir waren angezogen vom Charisma des Werkes Points-Coeur, wir nahmen die Veränderungen wahr, die die Zugehörigkeit zu Points-Cœur im Leben uns nahe stehender Paare und Freunde bewirkt hat… Wir wollten auch in diese „neue Art zu leben" eintreten und uns erziehen lassen durch alles, was unseren Alltag ausmacht.  Alles, was wir leben, bei der Arbeit oder in der Familie, in den Beziehungen zu den Nachbarn oder der Art zu kochen, bekommt nach und nach mehr Sinn, eine neue Würde, ein wachsende Intensität. Das hatte ich bereits wahrgenommen; aber noch nie hatten wir an den Ferien der FratMax teilgenommen… 
 
Nach einer kurzen Nacht, nach zwei Stunden Einchecken und eineinhalb Stunden im Flugzeug stehen wir auf dem Heimatboden unseres Schutzpatrons. Nun noch ein paar Stunden Busfahrt bis zu unserem gemeinsamen Feriendomizil: Ich setze mich zu den Kindern und versuche, ihre Aufregung etwas zu dämpfen, indem ich ihnen Geschichten erzähle. Sie beruhigen sich ein wenig, und ich schlafe ein. Begeisterte Rufe wecken mich wieder auf: „Schau! Wie schön!" Wie in einem Bilderrahmen erscheint im Busfenster eine wundervolle Landschaft mit blauen Bergen. Im Vordergrund ziehen Häuser, ganz aus Holz, vorbei. 
Sie scheinen die natürliche Verlängerung der unermesslichen Fichtenwälder zu sein. Wir fahren an einer Kirche vorbei - auch sie ganz aus Holz. Wie wunderschön! Wir sind in Koscielisko. Der Bus hält vor unserem Haus, und das offenherzige Lächeln unseres Gastgebers empfängt uns. Die Kinder ergreifen sofort Besitz vom Sandhaufen, der für sie im Hof liegt. 
Jeder schnappt seine Koffer und entdeckt sein Zimmer. Das Leben hier läuft schon an…  Vom kleinen Balkon aus, der zu unsrem Zimmer gehört, schweifen meine müden Augen über die unermesslich weite Landschaft. Meine Erwartungen sind wirklich übertroffen worden.  
Ein ganz einfaches Leben 

Ein bunter Haufen, unsere vierzig Personen, die hier gemeinsam die Ferien verbringen!  Alle Altersgruppen sind vertreten, alle Lebensstände, verschiedene Nationalitäten. Manche fahren seit zehn Jahren auf diese Weise in Urlaub, andere sind zum ersten Mal dabei. Das ist auch mein Fall, einige Gesichter sind mir noch völlig unbekannt. Die gemeinsamen Mahlzeiten verlaufen sehr fröhlich, und die Kochkunst von Frau Swieliska findet allgemeine Anerkennung. Ihr Mann serviert uns die Gerichte auf dem Teller und mit einem Lächeln, das ihn bestimmt nie verlässt. Mehrere Aktivitäten sind im Verlauf der Ferientage vorgesehen, für jeden ist etwas dabei: Kutschfahrten, Bergwanderungen, eine Floßfahrt mit traditionellen Flößen, Mountainbiketouren, verschiedenste Besichtigungen und Spaziergänge füllen unsere Tage aus. Die Möglichkeit, einfach Siesta zu machen, besteht ebenfalls - und ich gestehe, diesen „Programmpunkt" ein paar mal angekreuzt zu haben… Für die Eltern, die sich auch einmal füreinander Zeit nehmen wollen, stehen Babysitter zur Verfügung. Und am Abend gibt es gemütliche Skatrunden, Filme und verschiedene Überraschungen (eine Verkostung der regionalen Wodkaspezialitäten bleibt in bester Erinnerung). 
Die vielfältigen Angebote erstaunen uns, umso mehr als das begrenzte Budget für diese Ferien - trotz großer Anstrengungen der Gemeinschaft,im Vorfeld finanzielle Mittel aufzutreiben und alles bestmöglich zu organisieren – uns nicht so viel Komfort erwarten ließ. Zudem erlaubt uns die Gegenwart von Pater Guillaume den täglichen Besuch einer Heiligen Messe, mit Begeisterung singen wir gemeinsam die Laudes und Vesper, und sowohl für Kinder als auch für Erwachsene werden Vorträge angeboten.  
 
Ein innerer Pilgerweg  

Der Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz ist der zentrale Programmpunkt der Ferien. 
Eine Pilgerfahrt, die uns an einen „Ort des Grauens, einer Anhäufung von Verbrechen gegen Gott und den Menschen, ohne Parallele in der Geschichte" führt, und gleichzeitig an einen Ort der schönsten Geste, des größten Geschenks, der größten Liebe. Ein Ort der größten Freiheit: ein Mensch gab sein Leben für einen anderen Menschen. Der gleiche Geist, der vor 66 Jahren den inhaftierten Maximilian Kolbe im Keller von Block 14 gestärkt hat, lädt uns heute ein, die Umstände seines Opfers immer mehr kennen zu lernen. Was uns an diesen Ort zieht, ist nicht eine ungesunde Neugierde, eine Neigung zum „Dolorismus" oder ein Geschmack am Morbiden. Was uns auf die Spuren von Pater Maximilian Kolbe führt, ist der Durst nach der gleichen Freiheit, ist das Verlangen, von dem selben Mit-Leiden zu brennen, das ihn dazu getrieben hat, mitten im Herzen dieser Menschenverneinung mit seinem Blut das Wort LIEBE zu schreiben. Wie viele haben wohl auf diese Weise die gnadenlose Logik dieser Konzentrationslager in eine Quelle des Lebens umgewandelt? Etty Hillesum, Teresio Olivelli, Stefan Wincenty, Kazimierz Grelewski, Paul Schneider, Edith Stein, Karl Leisner… das sind nur einige der Namen, die   Benedikt XVI.: „An diesem Ort des Grauens", Rede in Auschwitz am 28. Mai 2006 uns überliefert sind, aber sie sind Legion, diese Unbekannten - Freunde Nachbarn, Brüder, Mütter… - die im Schrecken ihres Alltags dort bezeugt haben, dass nichts dem  Menschen seine Würde entreißen kann.   
Wir lassen uns von diesem Ort belehren, wo „eigentlich nur eschütteres Schweigen stehen [kann] - Schweigen, das ein inwendiges Schreien zu Gott ist: Warum hast du geschwiegen? 
Warum konntest du dies alles dulden? 
In solchem Schweigen verbeugen wir uns inwendig vor der ungezählten Schar derer, die hier gelitten haben und zu Tode gebracht worden sind; dieses Schweigen wird dann doch zur lauten Bitte um Vergebung und Versöhnung, zu einem Ruf an den lebendigen Gott, dass er solches nie wieder geschehen lasse." 
Ich lasse im Lager von Auschwitz einen Teil meiner Naivität zurück, ein paar Tränen, die auf diese kleine zerbrochene Kinderpuppe fallen, die dort ausgestellt ist, ein stiller Zeuge dafür, dass nichts, nicht einmal die Unschuld, ein Herz zu Mitleid rühren kann, das der Hochmut und die Ideologie gepackt haben. Aber ich nehme auch eine Hoffnung mit, die so zerbrechlich und gleichzeitig so mächtig ist wie die kleine Flamme, die die Geschichte der Menschheit 
durchquert und die dort im Keller jenes Blocks brennt, in dem der Pater Kolbe gestorben ist. 
Eine umwerfende Erkenntnis  Wunderschöne Erinnerungen an den angenehmen Aufenthalt, die einzigartigen Aktivitäten, an das Lachen und die Lieder, an die schöne Landschaft, an der sich meine Augen ausruhen können… Dennoch ist es vor allem die Einfachheit dieser Tage, die mein Herz berührt.  
Wir feiern die Messe unter freiem Himmel. Ein leichter Wind lässt die Blätter der Bäume leise singen. An diesem späten Vormittag verbreitet die Sonne ein ruhiges Licht. Ihre Wärme ist nur leicht zu spüren. Ein Vogel durchquert den Himmel, in der Ferne arbeiten Menschen.  
Alles nimmt an der Liturgie teil, ohne dass eine einzige falsche Note meine Sinne stört. Der Augenblick ist zauberhaft, ich lasse mich von ihm tragen, und alles richtet sich auf den Altar hin aus. Ein paar Meter weiter spielen Kinder, ohne Lärm zu machen. Ich sehe Silouane und Paul durchs hohe Gras laufen. Gestern kannten sie sich noch nicht. Zusammen sind sie acht Jahre alt. Langsam entfernen sie sich. So viel Absichtslosigkeit auf der Erde der Menschen erstaunt mich.  Die Stille und die Lieder der Messe umgeben ihre Freundschaft, die gerade beginnt. Sie lachen. Nur Kinder können so lachen. Sie lachen, und ich weine vor so viel Schönheit. Sie tanzen. Christus steigt auf den Altar herab und nimmt den ganzen Lärm des Unnützen hinweg. Alles ist plötzlich so einfach! Die Hände des Priesters, die Hostie, die sich in den Himmel erhebt, die Kinder, die im Gras spielen, wie man im Himmel spielt, der Vogel, der ihn wie einen Garten durchquert, der ganz nah liegt… 
Dann rührt sich nichts mehr. Trotzdem ist alles so intensiv! Mein Herz kommt zur Ruhe und zugleich zur Quelle aller Aktivität. Jede Anstrengung, die nicht dort ihren Anfang nimmt und ihr Ende findet, ist vergeblich… 
Der Klang eines Liedes holt mich wieder zurück. Um mich herum sind Gesichter, die beten. Sie sind schön. Mein Herz ist voll von Dankbarkeit gegenüber jedem einzelnen. Ich liebe Euch schon so sehr! 
Nach der Messe strecke ich mich auf der Wiese aus. Noël kommt zu mir und plappert „Papa, Papa,…" Alix sitzt neben mir, sie spricht mit ihm: „Weißt Du, Noël, der da, das ist Dein Papa. Mit Mama und Paul zusammen ist das Deine Familie. Und die andern Leute da, siehst Du, das ist die Vergrößerung Deiner Familie. Das ist die Familie Deiner Familie…" 
Die Worte von Alix berühren mich. Niemals zuvor habe ich mir diese Tatsache klar gemacht. Solche einfachen Worte, an ein kleines Kind gerichtet, waren nötig, damit ich erkenne: Diese Gemeinschaft, diese Gesichter da, das ist die Familie meiner Familie! Der Schatz dieser Freundschaft ist nicht nur ein Geschenk für diese zehn Tage Ferien oder für ein paar Einkehrtage. Sie sind wie eine Verlängerung meines Körpers, ein ganz einfacher Weg, um das Dasein zu durchqueren, ein Ort des Lebens und der Erziehung für meine Kinder, meine Frau und mich! Sie sind die konkrete Gegenwart Christi. Der Weg des Heils, der sich vor mir öffnet, der Weg der Heiligkeit, den mir die Kirche anbietet, der Platz, den mir Points-Cœur gibt, wie ein Boot, mit dem ich jeden Augenblick zum anderen Ufer fahren kann. 
 
Die „Ferien der FratMax"
 
Die Freundschaft ist ein ganz einfacher Weg hin zu Christus. Die alljährlichen Ferienwochen der verschiedenen „Gemeinschaften Maximilian Kolbe" stehen unter dem Zeichen dieser Einfachheit. Hier sind einige Gedanken, die uns bei der Gestaltung dieser Erholungszeit leiten: Zuallererst handelt es sich um echte Ferien, deshalb ist es wichtig, eine entspannende, erholsame Umgebung auszusuchen - normalerweise in der freien Natur - mit einem ausreichenden Komfort (Vollpension hat sich als wirklich nötig herausgestellt). So führten die letzten französischen „Vacances FratMax" in die Regionen Cantal, französische Alpen, Sainte-Baume (Provence), Gironde, Bretagne… 
Eine ausreichend breite Palette an Aktivitäten sorgt dafür, dass jeder auf seine Kosten kommt. Hier hat sich seit 10 Jahren eine bunte Mischung bewährt, bei der für junge und weniger junge Leute, große und kleine Kinder, Teilnehmer vom Typ „Gipfelstürmer" bis „Hängematte" gleichermaßen etwas dabei ist. 
Dennoch haben die Ferien auch den Charakter von geistlichen Einkehrtagen, einige Vorträge sind vorgesehen im Laufe der Woche. Die Heilige Messe und der tägliche Gesang der Psalmen erlauben denen, die das wollen, wieder aufzutanken und den geistlichen „Roten Faden" ihres Lebens nicht zu verlieren (wie das in der Sommerzeit öfters der Fall ist). Hier ist auch die Zeit, in der man lernen kann, sich wirklich zu erholen. Das geschieht nicht so sehr, während ich mich am Strand breit mache und der Sand durch meine Zehen rieselt, sondern viel eher, wenn ich dem begegne, wozu ich geschaffen bin. Wenn mein Blick sich in der großartigen Weite einer 
schönen Landschaft verliert, kann ich mich wirklich erholen… Die Erholung meiner Augen, das ist die Schönheit! 
Dieses Jahr hat die Fraternité Maximilien-Kolbe aus Frankreich anlässlich ihres zehnjährigen Jubiläums entschieden, nach Polen zu fahren, auf den Spuren ihres Namenspatrons. Die Idee wurde vor einem Jahr - während der letzten Ferien - geboren. Der Rest war ein langer Reifungsprozess, damit das Projekt Gestalt annahm: Finanzielle Mittel organisieren, Informationen einholen, Logistik und Recherche vor Ort…  
Ein enormer organisatorischer Aufwand - besonders von Sophie-Wanda - und eine gute Prise Vertrauen haben es 44 Teilnehmern (inkl. Kinder) ermöglicht, das Flugzeug zu nehmen und diese zehntägigen „Pilgerreise-Ferien" zu erleben.  
 
ENTNOMMEN AUS: „D'un Points-Coeur à l'autre", Nr. 58, September 2007 





Samstag, 16. Februar 2008

Fastenzeit 2008!
Nehmen wir aktiv an der Misssion von Points Coeur teil!

Mittwoch, 6. Februar 2008

Prayer request! Bitte ums Gebet für Lukas Class!

Dear friends!
Lukas Class, the "friend of the children" from Germany, who is right now in Heart's Home - Tahanang Puso in Manila, hast become sick. He is in hospital because of typhoid fever.
I ask you all to pray for him . May God give him strengh that he can soon come back to Navotas.

Liebe Freunde!
Lukas Class, der "Freund der Kinder" aus Deutschland, welcher gerade im Heart's Home - Tahanang Puso in Manila ist, ist leider schwer erkrankt.
Er liegt mit typhoiden Fieber im Spital.
Ich bitte euch alle für ihn zu beten, dass er möglichst bald wieder gesund wird und wieder nach Navotas zurückkehren kann.
Danke für eure mitdenken, -fühlen und vor allem eure Gebet!
God bless,
Gottfried

Sonntag, 6. Jänner 2008

Maligayang Pasko at manigong bagong taon 2008!
Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2008